Thursday, August 17, 2017 - 04:10

Thomas de Maizière und die Cyber-Anlagen Feuerwehr.

Im Wahlkampf wird man ja mit einer Menge dusseligem Zeugs belästigt, das vorzugsweise wohl lieber nicht gesagt worden wäre. Und der Innenminister konnte es sich wohl nicht verkneifen auf einer Wahlkampf-veranstaltung in Bremen etwas Internetausdrucker-Romantik über ein Mikrofon zu erbrechen.

Anscheinend regte er dort eine Cyber-Feuerwehr an. Quasi als Ersatzveranstaltung für die, die sich eher nicht bei der Feuerwehr oder dem THW sehen.

Die Frage, die er da im Raum quälte war wen Tischler oder Handwerker bei einem Angriff auf ihre Cyber-Anlagen anrufen würden.

Bei einem Tischler oder Handwerker würde ich da einfach mal sagen. Wie wäre es mit einem qualifizierten Dienstleister vor Ort? Wenn bei mir das Dach gedeckt werden muss, dann rufe ich auch einen Dachdecker an und nicht die Dach-Feuerwehr, die mir das dann ehrenamtlich neu eindeckt.

[...] und Cyber-Anlange? Hauptsache man stellt ein Deppen-Cyber voran. Wer da noch viel erwartet wird überrascht, denn der Minister konnte das augenscheinlich noch steigern.

Den Vogel schießt er nämlich mit dieser Feststellung ab.

Einige junge Menschen könnten sich sagen: Ich hacke auch sonst gerne, dann hacke ich mal für die Guten.

Evtl. sollte der Minister zukünftig zu diesem Themenkomplex lieber das Familienministerium zu Wort kommen lassen. Was soll da überhaupt ausgesagt werden? ... Mal für die Guten?

Entweder hält er Hacker augenscheinlich generell für die Bösen oder er meint hier tatsächlich Skript-Kiddie Pestbeulen, die zur Abwechslung mal keinem auf den Sack gehen sondern was Nützliches machen könnten. Beide Vorstellungen sind ... interessant.

Zu der ersten Option: Du mich auch!

Und eine Analogie zur 2. Variante wäre wohl der Vorschlag, dass sich Brandstifter doch bitte in der freiwilligen Feuerwehr organisieren sollten, denn dann könnten sie ausnahmsweise auch mal ein Feuer löschen statt es zu legen. Ich glaub damit hätten einige ein Problem. Insbesondere wohl die Feuerwehr selbst.

Man sollte eigentlich annehmen können, dass der Minister mittlerweile mal etwas mit dem Thema konfrontiert wurde. Das ist aber offenkundig nicht der Fall, denn ansonsten würde man auf so eine dämliche Idee nicht kommen.

Freiwillige bei der Feuerwehr und beim THW funktionieren weil es sich dabei in der Masse um relativ einfache Abläufe handelt, die nicht sehr stark variieren und die man auch gut als Laie trainieren kann. Handelt es sich dabei um irgendwas anderes, dann ist die freiwillige Truppe idR. wohl eher entlastend tätig.

Und genau das hat man hier nicht. Ein Handwerker wird wohl eher seltener zu einem Ziel. Selbst für Vandalen ist das uninteressant, da man damit wohl kaum protzen kann.

Für Ich hab gestern Horst Kowalskes Tischlerei lahmgelegt sammelt man nicht übermäßig viele Punkte. Eher Hohn und Spott. Probleme bei dieser Gruppe enstehen eher durch Kollateralschäden wo der Betrieb dann zufällig und idR. automatisch mit ins Visier gerät.

Das heißt aber nicht, dass das dadurch entstandene Problem irgendwie einfach oder generisch zu lösen wäre. Für die offensichtlichen Dinge, die man in so einem Fall tun sollte, reicht ein Leitfaden des BSI. An den Rest sollte man aber Amateure vorzugsweise nicht ranlassen, denn das kann gewaltig nach hinten losgehen. Werden dabei Fehler gemacht, dann ist der Schaden hinterher u.U. deutlich größer als vorher.

Man könnte hier natürlich anführen, dass das dann entsprechende Dienstleister in ihrer Freizeit machen könnten. Aber warum genau sollten sie das tun wollen? Der Dachdecker repariert bei mir auch nicht in seiner Freizeit ehrenamtlich das Dach. Das kann durchaus vorkommen. Aber wohl eher beim Dach der freiwilligen Feuerwehr. Und da könnte man sicherlich dann auch einen qualifizierten IT Dienstleister motivieren, der sich dann mal die Cyber-Anlage für lau ansieht.

Ein Wahlkampf-Beitrag aus dem vollkommen unnötigen Bereich: Hätte man lieber mal den Kopf zugelassen oder vorher jemanden gefragt.

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