Sunday, July 10, 2011 - 19:36

Datendiebstahl beim Zoll.

Der Staat hat mal wieder zugeschlagen. Diesmal der Zoll. Wenn man tiefer ins Klo gegriffen hätte, würde einem wohl eine Amputation in Schulterhöhe bevorstehen. Bedauerlicherweise werden die Verantwortlichen wohl von dieser Maßnahme verschont bleiben.

Die Spaßvögel von der n0-N4m3 Cr3w haben nach eigenen Angaben einen Server der Bundespolizei erwischt und die - zum Teil leicht brisanten - Daten öffentlich gemacht. Eine 1a gesicherte Windows Kiste mit einer erlesenen Datenbank, aus der man Passwörter wie Barbarossa, Oberpfalz, Einsatz700 und Suedstieg49 im Klartext auslesen kann. Obendrein bekommt man wohl auch gleich noch kompletten Plattenzugriff. So muss das sein. Wie beim Schlachter...darf's auch etwas mehr sein?

Wenn man sich die Struktur des Archivs ansieht fragt man sich was die BPOL da getrieben hat...Ahnungslosigkeit. Bei mir bezüglich dieser Frage. Beim BKA wohl etwas breiter aufgestellt. Das ganze macht den Eindruck einer Ablage für Vollpfosten. Erinnert irgendwie an die Leistung des BSI beim nPA. Wobei das hier noch deutlich amüsanter ist.

Obgleich dieser peinlichen Leistung - und vermutlich auch aufgrund des etwas ärgerlichen Ziels - musste man nicht lange auf ebenso peinliche Kommentare aus der Politik warten. Der SPD Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz gab in einem Interview an, dass man diesen Datendiebstahl - kann man das noch Diebstahl nennen? - sehr ernst nehmen müsse. Es wäre ganz bösartig, was da ablaufen würde.

Bösartig. Das ist richtig. Es ist bösartige Dummheit der Politik, die es nicht schafft qualifiziertes Personal zu bekommen und stattdessen auf die Aushilfsexperten des BKA und die C-Riege des BSI zurückgreift, um sensible Daten zu schützen. Was will Wiefelspütz denn hier "aufrüsten". Um etwas aufzurüsten muss erst mal etwas vorhanden sein. Gleichzeitig kreischen unqualifizierte aber dafür ganz besonders laute Aushilfskräfte wie der BKA Chef Jörg Ziercke, dass sie ganz gerne noch mehr Daten sammeln würden....sie bräuchten es. Wie genau will man das begründen und womit könnte man das verantworten?

Man kann einem Haufen grenzdebiler Schulabbrecher kein Atomkraftwerk in die Hand drücken weil sie gerne mehr Strom hätten. Da hätte ich dann doch schon gern mal einen Nachweis der Qualifikation. Offensichtlich ist das bei sensiblen Daten nicht nötig. Da darf jeder ran. Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Gestern noch bei der Krawall-Truppe, heute bei der IT-Polizei...

Guckt man sich an wer heute qualifiziertes Personal sucht. Dann stellt man erstaunt fest, dass das der BND ist. BSI? BKA? Fehlanzeige. Die sind offenkundig ausreichend mit qualifiziertem Personal versorgt und erbringen auch regelmäßig entsprechende Leistungsnachweise.

Solange das BKA keine Qualifikation nachweisen kann ist es unverantwortlich ihnen irgendwelche Daten in die Hand zu drücken. Auch wenn Ziercke und der Rest der Schreihälse das offensichtlich nicht wahr haben wollen ist es nicht nur zu unserem Schutz sondern ganz offenkundig auch zum Schutz sensibler Daten der Ermittlungsbehörden. Letztendlich evtl. auch ihrer Ermittler.

Das BKA sollte sich mal kurz durch die Zellen gehen lassen, was wohl passieren könnte, wenn jemand mit einem etwas näher liegenden Interesse an derartigen Daten Zugriff bekommt.

Einen Link zum Download werde ich nicht posten, da ich weder Zeit noch Muße habe mir die abgezogenen Daten anzusehen und ich nicht versehentlich etwas posten will, das jemanden gefährden könnte. Eine Möglichkeit, die mir bei dieser Nummer nicht so ganz abwegig erscheint.